Die Saat wird Früchte tragen

Klosterabschied
von Micheal Wuttke

Bei allem Abschiedsschmerz geht die Kirchengemeinde mit Zuversicht in die Zukunft.
Ein Gottesdienst wie ein Treuebekenntnis.

Von Verlust, Schmerz und Dankbarkeit wurde gesprochen, aber auch von Zuversicht, dass in der christlichen Gemeinschaft von St. Anton etwas Neues entsteht. Mit einem festlichen, würdevollen Gottesdienst wurde Abschied genommen von der Klostergemeinschaft St. Anton.

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Abschiedsgottesdienst
15. September 2013

Das Redemptoristenkloster in Forchheim wird 94 Jahre nach seiner Gründung aufgelöst, das Grundstück ist verkauft und wird einer Wohnbebauung zugeführt. Aber der spirituelle Geist soll erhalten bleiben, verspricht der Investor. Mit dem Erhalt der Klosterkirche und mit einem Bibelgarten, der allen Bürgern offen stehen soll.

Der Provinzial der Redemptoristen in München und Forchheimer Rektor Pater Edmund Hipp hatte für das Evangelium das Gleichnis vom Sämann gewählt. Die Redemptoristen seien vom Ordensgründer, dem hl. Alfons, gesandt worden, den Menschen die frohe Botschaft der Liebe zu bringen, „am meisten den Verlassenen und jenen, die am Rand leben“.  Es falle schwer, das Kloster Forchheim zu verlassen, weil es keinen Nachwuchs mehr gab, bekannte Edmund Hipp, aber es sei tröstlich zu sehen, dass „ein Teil der Saat auf guten Boden gefallen ist und Früchte tragen wird“.

Der Pater Provinzial dankte der Stiftung und dem Klosterverein, der den Kontakt zum Ordenshaus aufrecht erhalten wird. Ferner dem Pfarrer von St. Martin, Monsignore Georg Holzschuh, dass weiterhin Gottesdienste in der Klosterkirche stattfinden können, sowie den Mitbrüdern und  Missionsschwestern für den pastoralen Einsatz. Der Pfarrei St. Martin, der Stadt und den Gläubigen sagte er Dank „für stetes Wohlwollen“, Organisten, Lektoren, Mesnern und den Mitarbeiterinnen im Haus für das Zusammenwirken, schließlich Klosterchor, Orchester und Klosterbären für vielfach festliche Ausgestaltung der Gottesdienste. „Wir konnten uns sehr gut zuhause fühlen“ resümierte der Prediger.

Georg Holzschuh verabschiedete sich als Pfarrer von St. Martin und als Domikapitular in Vertretung von Erzbischof Ludwig Schick, der in Wien als Prediger beim Fest Kreuzerhöhung weilte. Sein erstes Wort galt dem hochbetagten Pater Hans Aimer, der jetzt im Ordenshaus Gars am Inn lebt. 1919 geboren verbrachte er 35 Jahre im Kloster Forchheim und habe die enge Verbindung mit den Gläubigen gelebt. Holzschuh sprach von großem „Schmerz“ und von „gewaltigen Folgen“, die der „Verlust des geistigen Zentrums“ bedeute. Umso tiefer sei sein Dank für die geleistete Seelsorge.

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Pfarrer von St. Martin
Monsignore Georg Holzschuh

Brüderliche Herzlichkeit

Von der evangelischen Nachbar-Kirchengemeinde St. Johannis zeigte sich Pfarrer Enno Weidt beeindruckt von der brüderlichen Herzlichkeit, mit der ihm die Patres begegnet seien, und von deren Engagement in gesellschaftlichen Fragen. Er erinnerte an die ökumenischen Abende, an die gemeinsamen Bibelwochen, und dankte dafür, dass man zur Unterstützung des Kinderhauses Klosterräume nutzen durfte. Pfarrerin Elisabeth Düfel beklagte den Verlust, zeigte sich aber froh, dass es weitergeht.

 

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Pfarrer Enno Weidt 
Pfarrerin Elisabeth Düfel

Inniges Treuebekenntnis

Mitzelebranten beim Gottesdienst in der dicht gefüllten Klosterkirche waren neben Provinzial Hipp Pater Hans Aimer, Pater Sepp Schlemmer, Pater Bernhard Laube, Pater Hermannten Winkel aus Würzburg, Pfarrer Georg Holzschuh und Monsignore Otto Donner.

Das Zusammenwirken von Klosterchor und –Orchester, Gesangsgruppe Klosterbären und Volksgesang, am Schluss mit dem Marienlied „Ein Zeichen unserer Hoffnung“ des Ordensgründers  Alfons von Liguori,  konnte man durchaus als ein inniges Treuebekenntnis zum Kloster St. Anton interpretieren.

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